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Plötzlich Fehlauswürfe?

5 Fehlerquellen, die Sie leicht selbst prüfen können

Metalldetektoren sollen Produkte vor Kontaminationspartikeln aus Eisen, Nichteisenmetall oder Edelstahl schützen. Wird Metall detektiert, werden die kontaminierten Produkte aus dem Produktstrom ausgeschleust. Leider kann es vorkommen, dass Detektoren fälschlicherweise Metall „entdecken“, wo kein Metall vorhanden ist. Tatsächlich verkaufsfähige Produkte werden zerstört – ein ärgerlicher und vermeidbarer Schaden. Nicht immer ist der Metalldetektor die Fehlerquelle, manche Probleme lassen sich leicht und kostengünstig beheben.

Falsche Produktausschleusungen können nicht völlig ausgeschlossen werden, aber es gibt wichtige Faktoren, mit denen Sie selbst solche Fehler deutlich reduzieren können. Um zu verstehen, wie es zu Fehlausleitungen kommt, ist ein kurzer Blick auf die Funktionsweise von Metalldetektoren hilfreich.

Wie ein Metalldetektor funktioniert

Es gibt verschiedene Arten von Metalldetektoren, die auf unterschiedlichen Detektionsmethoden basieren. Die meisten Detektoren für den privaten Bereich arbeiten mit nur einer Suchspule. In der Industrie hingegen werden in der Regel solche Metalldetektoren eingesetzt, die nach einem einfachen Sender-Empfänger-Prinzip mit sogenannten „Gegenspulen“ arbeiten. Das Gerät ist mit insgesamt drei Spulen ausgestattet. Die Senderspule baut ein elektromagnetisches Wechselfeld auf, ähnlich wie ein Radiosender. Die beiden anderen Spulen empfangen die Signale dieses Magnetfeldes. In einem ungestörten Zustand „sieht“ dieses Feld für beide Empfänger gleich aus – es ist symmetrisch.

Sobald ein Metallteil den Detektor passiert, tritt eine Störung des Magnetfeldes auf, die von den Empfängerspulen erkannt wird, sie registrieren ein Ungleichgewicht.

Diese Störung hängt von der Leitfähigkeit und den magnetischen Eigenschaften eines Materials ab.

  • Eisenmetalle sind magnetisch und leitfähig, sie erzeugen ein starkes Störsignal.
  • Nichteisenmetalle wie Aluminium oder Messing sind gute Leiter, auch wenn sie nicht magnetisch sind. Sie erzeugen auch ein starkes Störsignal.
  • Rostfreier Stahl ist normalerweise nicht magnetisch und leitet Elektrizität nicht sehr gut. Sein Störsignal ist daher deutlich schwächer als das von Eisen oder Nichteisenmetallen.
Balanced Receiver coils for metal detectors

Aber nicht nur Metalle werden von einem Detektor „gesehen“. Auch andere Substanzen, wie Salz oder sogar Wasser, sind leitfähig und beeinflussen das Magnetfeld. Die Software eines guten Metalldetektors muss daher die verschiedenen Störungen des Magnetfeldes auswerten und das spezifische Störsignal eines Metallpartikels von anderen Einflüssen unterscheiden. Zu diesem Zweck „lernt“ jeder industriell eingesetzte Detektor die spezifischen Signale der Produkte, die er später untersuchen soll. Weicht während des Produktionsprozesses das Signal eines Produktes von der zuvor „gelernten“ Struktur ab, so erkennt der Detektor dies als metallische Verunreinigung.

Die reibungslose Funktion eines Metalldetektors kann durch verschiedene Einflüsse gestört werden, die dann zu Fehlausleitungen führen. Einige davon lassen sich jedoch leicht identifizieren und schnell beseitigen.

5 Faktoren, die Sie prüfen können

Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Detektor auffallend oft fälschlicherweise Metall anzeigt, dann können Sie folgende Punkte überprüfen:

1. Störungen durch andere Maschinen

Ein häufiger und sehr leicht zu behebender Fehler sind Störungen durch andere Maschinen oder Metallteile im Umfeld des Detektors. Metalldetektoren arbeiten mit elektromagnetischen Signalen, die wellenförmig um den Detektor herum ausstrahlen. Das dabei erzeugte Feld kann leicht auch über den Detektor hinaus in die Umgebung ragen.

Entsprechend erkennen die Empfägerspulen Geräte in ihrer Umgebung, die mit ähnlichen Signalen arbeiten. Auch Förderbandteile oder andere metallische Teile, die sich zu nahe am Detektor befinden, können Interferenzen verursachen.

Wenn falscher Ausschuss „ganz plötzlich“ auftritt, können Sie Folgendes prüfen:

  • Frequenzumrichter, Kabel oder Antriebe, die vorher in der Nähe des Detektors nicht vorhanden waren.
  • Metallteile wie Geländer oder Förderbänder, die in die „metallfreie Zone“ um Ihren Detektor herum ragen.
  • Metallische Geräte wie Palettenhubwagen, die zu nahe am Metalldetektor stehen.
Full length portrait of a manual worker pushing a fork pallet truck stacker
Hubwagen sind wertvolle Helfer, sollten aber nicht direkt neben Detektoren eigesetzt oder geparkt werden.

2. Die Verpackung: Metallisierte Folie

Sie haben die Verpackung Ihrer Produkte auf metallisierte Folie umgestellt? Eine gute Entscheidung für die Lagerung und Präsentation von Produkten. Leider lassen sich Produkte, die in metallisierter Folie verpackt sind, nur schwer auf metallische Kontamination testen.

Einige Detektoren können die Interferenzeffekte über die Folie ignorieren, z.B. der METAL SHARK BD mit der Option ferrous-in-foil. Genügt dies nicht,  könnte ein Röntgenscanner die bessere Wahl sein, um Ihre Produkte zuverlässig auf Fremdkörper zu prüfen.

3. Die Umgebung: Temperatur und Feuchtigkeit

Metalldetektoren sind bei richtiger Einstellung recht stabil gegenüber Umwelteinflüssen wie Temperatur oder Feuchtigkeit. Dennoch können diese Faktoren eine Rolle spielen, wenn sie stark schwanken oder sich nach der Installation und Einrichtung des Detektors stark verändern. Wenn also plötzlich vermehrt falsche Metallmeldungen auftreten, kann es sinnvoll sein, Folgendes zu überprüfen:

  • Schwankt die Umgebungstemperatur während des Tages seit der Installation des Metalldetektors stark?
  • Ist die Raumtemperatur deutlich höher oder deutlich niedriger als bei der Installation des Geräts, z.B. durch die nachträgliche Installation eines Kühltunnels?
  • Ist die Luftfeuchtigkeit, z.B. durch Reinigungszyklen, merklich angestiegen?

Falls ja, kann es sinnvoll sein, die getesteten Produkte unter den neuen Umgebungsbedingungen erneut „einzulernen“.

4. Das Produkt selbst

Gefrorener Fisch kann Metalldetektion stören
Tierische Produkte, wie gefrorener Fisch, können schwer zu untersuchen sein, wenn sie während des Produktionsprozesses antauen.

Die Produkte haben in der Regel eine eigene Leitfähigkeit, wenn auch eine sehr geringe. Verschiedene Inhaltsstoffe beeinflussen diese Leitfähigkeit. Ist dieser Einfluss zu stark, kann dies zu Störungen der Detektorempfindlichkeit führen.

Wassergehalt der geprüften Produkte

Tierische Produkte wie Fisch, Fleisch oder Käse haben einen hohen Wassergehalt. Dieser kann im Laufe eines Tages schwanken, was auch die Dichte und Leitfähigkeit der Produkte verändert. Dies kann die „Geschwindigkeit“ beeinflussen, mit der die magnetischen Wellen das Produkt durchdringen. Ist die Veränderung zu stark, „erkennt“ der Detektor diese (falsch) als Metall. Eine gute Detektorsoftware kompensiert die Störungen durch solche Schwankungen. Dennoch lohnt es sich, Faktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit zu kontrollieren.

Salz

Salz ist leitfähiger als viele andere Substanzen, die normalerweise in Lebensmitteln vorkommen, und kann ein Magnetfeld entsprechend beeinflussen. Wenn Sie salzhaltige Produkte wie Chips, Nüsse oder Mandeln auf metallische Verunreinigungen untersuchen, sollte der Detektor speziell für diese Art von Produkten eingestellt werden. Wenn Fehlausleitungen häufiger als bisher auftreten, überprüfen Sie die Einstellungen Ihres Detektors für salzhaltige Produkte.

Temperatur des Produkts: Heiße oder gekühlte Produkte

Wenn warme Produkte entlang der Produktionslinie abkühlen oder gefrorene Produkte auftauen, verändern sie auch ihre Leitfähigkeit. Dies kann so weit gehen, dass diese Veränderungen das Produktsignal beeinflussen. Prüfen Sie, ob signifikante Temperaturänderungen durch längere Transportwege oder Schwankungen der Umgebungstemperatur verursacht werden könnten.

5. Der Detektor selbst

Hochentwickelte Metalldetektionsgeräte sind so konstruiert, dass sie eine maximale Empfindlichkeit gegenüber Verunreinigungen bieten und gleichzeitig eine hohe Immunität gegen Störungen aufweisen. Zudem lassen sie sich für bestimmte Produkte trainieren, so dass spätere Produktwechsel schnell und einfach durchgeführt werden können – mit perfekt auf jedes Produkt abgestimmten Einstellungen.

Alle METAL SHARKs verfügen z.B. über einen Produktspeicher für bis zu 250 Produkte. In den meisten Fällen genügt es bei plötzlich vermehrten Fehlausschleusungen, den Detektor noch einmal auf das konkrete Produkt „anzulernen“ und die Einstellungen für die Zukunft zu speichern.

Die genannten brachten keine Verbesserung?
Dann fragen Sie unsere Serviceprofis. Sie helfen Ihnen gerne, Ihre Geräte perfekt auf Ihre Produkte abzustimmen.